MIT-Durchbruch: Wissenschaftler überwinden den Immunschutzschild von Krebs mit neuartiger „AbLec“-Therapie

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Forscher am MIT haben einen bahnbrechenden Ansatz zur Krebsimmuntherapie entwickelt, indem sie direkt auf die zuckerbasierten Mechanismen abzielen, die Tumore nutzen, um dem Immunsystem zu entgehen. Die neue Technik basiert auf Molekülen namens „AbLecs“ (Antikörper-Lektin-Chimären) und beseitigt wirksam eine kritische „Bremse“, die Krebszellen auf Immunantworten anwenden, wodurch bestehende und zukünftige Immuntherapien möglicherweise weitaus wirksamer werden.

Wie Krebs sich der Immunität entzieht

Das Kernproblem bei der Krebsbehandlung ist oft nicht das Fehlen einer Immunantwort, sondern deren Unterdrückung. Tumore nutzen aktiv mehrere Strategien, um zu verhindern, dass Immunzellen – wie T-Zellen, Makrophagen und natürliche Killerzellen (NK-Zellen) sie erkennen und zerstören. Einer der vielversprechendsten, bisher jedoch wenig erforschten Mechanismen umfasst Wechselwirkungen zwischen Zuckermolekülen (Glykanen) auf Krebszelloberflächen und Rezeptoren auf Immunzellen.

Insbesondere Krebszellen weisen häufig ungewöhnliche Glykane auf, die Sialinsäure enthalten. Wenn diese an Siglec-Rezeptoren auf Immunzellen binden, lösen sie einen Dämpfungsweg aus, der einen Angriff des Immunsystems verhindert. Dies ähnelt der bekannten PD-1/PD-L1-Checkpoint-Blockade, funktioniert jedoch über einen anderen biologischen Weg. Bestehende Checkpoint-Inhibitoren zielen auf PD-1/PD-L1 ab, und obwohl sie bei einigen wirksam sind, sehen viele Patienten kaum oder gar keinen Nutzen.

Die AbLec-Lösung: Präzision mit Leistung verbinden

Das MIT-Team unter der Leitung von Jessica Stark löste eine wesentliche Einschränkung bei der direkten gezielten Beeinflussung der Siglec-Sialinsäure-Wechselwirkung: Lektine (Proteine, die an Zucker binden) verfügen typischerweise nicht über die nötige Stärke, um sich effektiv an Krebszellen anzulagern. Ihre Lösung? Verschmelzung von Lektinen zu Antikörpern.

Die resultierenden AbLec-Moleküle nutzen das hochpräzise Targeting von Antikörpern, um Lektine direkt zu Tumoren zu transportieren. Sobald es gebunden ist, blockiert das Lektin die Bindung von Sialinsäure an Siglec-Rezeptoren, hebt die Immunbremse auf und ermöglicht den Angriff der Immunzellen. Das Design ist modular aufgebaut, was bedeutet, dass verschiedene Antikörper ausgetauscht werden können, um auf verschiedene Krebsarten abzuzielen, und dass verschiedene Lektine verwendet werden können, um auf andere immunsuppressive Glykane abzuzielen.

Vielversprechende Ergebnisse in Tiermodellen

In Labortests und Tiermodellen zeigte AbLecs einen klaren Vorteil gegenüber der herkömmlichen Antikörpertherapie. Mäuse mit Lungenmetastasen, die mit AbLec behandelt wurden, zeigten eine signifikante Verringerung der Tumorausbreitung im Vergleich zu Mäusen, die nur mit Standardantikörpern behandelt wurden. Die Forscher testeten AbLecs erfolgreich mit Antikörpern gegen HER2, CD20 und EGFR und bewiesen damit die Vielseitigkeit des Ansatzes.

Was dies für die Zukunft der Krebsbehandlung bedeutet

Die Entwicklung von AbLecs stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Krebsimmuntherapie dar. Durch die Bekämpfung eines bisher wenig genutzten Mechanismus der Immunumgehung könnten diese Moleküle neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten eröffnen, die auf aktuelle Therapien nicht ansprechen. Der modulare Aufbau ermöglicht eine schnelle Anpassung an verschiedene Krebsarten und macht es zu einer potenziell universellen Plattform.

Das Team hat Valora Therapeutics gegründet, um klinische Studien zu beschleunigen, mit dem Ziel, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre mit Tests am Menschen zu beginnen. Dieser Durchbruch deutet darauf hin, dass die Überwindung der Immunabwehr von Krebs bald präziser, effektiver und zugänglicher werden könnte.

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