Jenseits der Monogamie: Erforschung der ethischen Nicht-Monogamie im 21. Jahrhundert

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Seit Jahrzehnten gilt Monogamie als Standard für erfolgreiche Beziehungen. Doch eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen und sich ändernde soziale Normen legen nahe, dass dies nicht der einzige Weg zum Glück ist. Ethische Nicht-Monogamie (ENM), auch bekannt als einvernehmliche Nicht-Monogamie (CNM), gewinnt an Bedeutung, wobei über 30 % der amerikanischen Singles berichten, dass sie sich damit beschäftigt haben. Diese Verschiebung spiegelt eine umfassendere Neubewertung der Beziehungsstrukturen wider, die von dem Wunsch nach mehr Freiheit, sexueller Erforschung und individueller Autonomie angetrieben wird.

Was ist ethische Nicht-Monogamie?

ENM umfasst verschiedene Beziehungsstile, die mehrere romantische oder sexuelle Verbindungen mit der vollständigen, informierten Zustimmung aller Beteiligten beinhalten. Es unterscheidet sich grundlegend vom Betrug, da Transparenz und Ehrlichkeit zentrale Grundsätze sind. Die Beziehungstherapeutin Meg Jeske erklärt: „ENM unterscheidet sich vom Fremdgehen, denn bei ENM sollten alle Beteiligten einvernehmlich handeln und klar kommunizieren, dass sie wissen, dass andere Verbindungen stattfinden.“ Der Anstieg des Interesses ist nicht nur eine Anekdote; Studien zeigen, dass Personen in ENM-Beziehungen ein vergleichbares Zufriedenheitsniveau aufweisen wie Personen in monogamen Vereinbarungen.

Häufige Formen ethischer Nicht-Monogamie

ENM ist kein einheitliches Konzept. Verschiedene Formen gehen auf unterschiedliche Vorlieben und Bedürfnisse ein:

  • Casual Dating: Erkunden Sie mehrere Kontakte, bevor Sie sich auf eine verbindlichere Vereinbarung einigen.
  • Monogam: Eine allgemein monogame Beziehung mit gelegentlichem, ausdrücklich vereinbartem sexuellen Kontakt von außen.
  • Swingen: Paare, die sich auf sexuelle Interaktionen mit anderen Paaren einlassen und dabei typischerweise die romantische Monogamie innerhalb ihrer Kernpartnerschaft beibehalten.
  • Offene Beziehung: Ermöglicht mehrere romantische oder sexuelle Verbindungen mit unterschiedlichem Grad an Einschränkung.
  • Polyamorie: Absichtliche Pflege mehrdimensionaler, auf Liebe basierender Beziehungen mit mehreren Partnern. Innerhalb der Polyamorie gibt es weitere Unterscheidungen:
  • Hierarchische Polyamorie: Priorisierung bestimmter Beziehungen gegenüber anderen, oft mit einer „primären“ Partnerschaft mit Vetorecht gegenüber sekundären Verbindungen.
  • Geschlossene Polyamorie: Eine Gruppe von Partnern, die sich darauf einigen, externe Beziehungen auszuschließen.
  • Nicht-hierarchische Polyamorie: Alle Beziehungen als gleichwertig behandeln, ohne starre Machtstrukturen.
  • Solo-Polyamorie: Das Streben nach tiefen, bedeutungsvollen Beziehungen, ohne sich an traditionelle Beziehungserwartungen zu halten (z. B. Zusammenleben, Heirat).
  • Beziehungsanarchie: Traditionelle Etiketten ablehnen und Beziehungen sich organisch entwickeln lassen, ohne vordefinierte Regeln.

Ist ENM das Richtige für Sie?

Die Entscheidung, ob ENM geeignet ist, erfordert eine ehrliche Selbstreflexion. Mehrere Faktoren können jemanden dazu veranlassen, Nicht-Monogamie zu erforschen: der Wunsch nach sexueller Freiheit, nicht übereinstimmende Libido oder Identitäten, Fernbeziehungen oder eine Ablehnung gesellschaftlicher Beziehungsnormen. Die Psychologin Liz Powell betont, dass „das Nachdenken über Ihre Werte und Ziele für romantische und sexuelle Beziehungen“ von entscheidender Bedeutung ist.

Ethische Nicht-Monogamie praktizieren: Ein schrittweiser Ansatz

Die effektive Implementierung von ENM erfordert mehr als nur Absicht. Es erfordert einen deutlichen Wandel in der Denkweise und Kommunikation:

  1. Bildung: Tauchen Sie ein in Ressourcen (Bücher, Podcasts, Artikel) und vernetzen Sie sich mit erfahrenen Personen.
  2. Paradigmenwechsel: Verstehen Sie, dass der Übergang zu ENM eine grundlegende Umstrukturierung der Beziehungsdynamik mit sich bringt und nicht nur geringfügige Anpassungen. Hinterfragen Sie Annahmen und seien Sie bereit, sich persönlichen Auslösern zu stellen.
  3. Relationale Tools: Konzentrieren Sie sich auf emotionale Reife statt auf starre Regeln. Praktiken wie Zwang (Freude über das Glück eines Partners mit anderen) können die Sicherheit fördern.
  4. Online-Erkundung: Nutzen Sie Dating-Apps (Feeld, #Open oder Mainstream-Plattformen mit klaren Profilen), um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten.
  5. Selbstwertgefühl: Erkennen Sie, dass Ihr Wert nicht von Exklusivität abhängt. Der Aufbau des Selbstwertgefühls ist wichtig, um potenzielle Unsicherheiten zu bewältigen.

„Das Drama von ENM beruht zum großen Teil auf der Angst [der Menschen], dass, wenn ein Partner seine Aufmerksamkeit jemand anderem zuwendet, dies bedeuten muss, dass es ihm in irgendeiner Weise mangelt“, sagt Joli Hamilton, PhD. „Die Entwicklung eines starken Selbstwertgefühls ist von unschätzbarem Wert.“

Letztlich geht es bei ethischer Nicht-Monogamie nicht nur darum, mehrere Partner zu haben; Es geht darum, konventionelle Beziehungsstrukturen in Frage zu stellen und eine flexiblere, ehrlichere Herangehensweise an Liebe und Intimität anzunehmen. Es erfordert sorgfältige Überlegungen, offene Kommunikation und die Bereitschaft, neu zu definieren, wie eine erfüllende Beziehung aussehen kann.

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